Sichtbar in ChatGPT & Co.: Was ich an meiner eigenen Website geändert habe
Immer mehr Menschen suchen einen Dienstleister nicht mehr bei Google, sondern fragen ChatGPT, Perplexity oder lesen die KI-Übersicht über den Google-Treffern. Wer dort genannt werden will, braucht eine Website, die eine KI eindeutig lesen und korrekt zitieren kann. Ich habe das an meiner eigenen Contao-Website ausprobiert – und dabei mehr Baustellen gefunden, als mir lieb war.
In diesem Beitrag zeige ich, was ich geändert habe, wie ich dabei vorgegangen bin und welche Punkte Sie auf Ihrer eigenen Website prüfen sollten. Alle Beispiele stammen direkt aus gratlinie.de.
Die Ausgangslage: Was eine KI auf meiner Website vorfand
Auf den ersten Blick war gratlinie.de in gutem Zustand: Contao 5.7, saubere Struktur, FAQ auf jeder Leistungsseite, transparente Preise. Dann habe ich die Seiten so gelesen, wie ein KI-Crawler sie liest – als reinen Quelltext, ohne JavaScript, ohne Gestaltung. Das Ergebnis war ernüchternd:
- Meine Berufserfahrung stand in fünf verschiedenen Varianten auf der Website: 15, 17, 25 und 28 Jahre sowie „seit 1998“.
- Auf der Startseite stand „100+ Contao-Projekte“, auf der Wartungsseite „über 70 Contao-Projekte“.
- Die Zahlen-Kacheln auf der Startseite zeigten im Quelltext „0 Jahre Web-Erfahrung“, weil der eigentliche Wert erst per JavaScript hochgezählt wird.
- Strukturierte Daten gab es praktisch keine. Contao gibt von Haus aus nur ein leeres „WebPage“-Objekt aus – keine Angaben zu mir, meinem Büro oder meinen Leistungen.
Für einen Menschen fallen solche Punkte kaum auf. Eine KI dagegen sieht Widersprüche, wo keine sein sollten – und nennt im Zweifel lieber jemand anderen.
Schritt 1: Widersprüche und veraltete Aussagen bereinigen
Der wichtigste Schritt hatte mit Technik gar nichts zu tun. Eine KI vergleicht, was auf verschiedenen Seiten steht. Widersprechen sich Zahlen, übernimmt sie entweder die falsche oder gar keine.
Ich habe deshalb zuerst eine einheitliche Faktenbasis festgelegt und überall gleich formuliert:
- Erfahrung: „Seit 1998 im Web- und Printbereich, seit 2009 ausschließlich Contao.“ Jahreszahlen statt Dauern – die veralten nicht.
- Projekte: 120+ Contao-Projekte insgesamt, davon über 70 Websites in laufender Wartung. Beide Zahlen stimmen, aber erst die Ergänzung macht klar, dass sie verschiedene Dinge zählen.
- Preise und Laufzeiten: „Keine Laufzeitbindung“ auf der Preisseite passte nicht zu 12 Monaten Laufzeit bei der Wartung. Jetzt steht dort, was tatsächlich gilt.
Dabei sind mir auch Aussagen aufgefallen, die schlicht nicht mehr stimmten. Auf der Relaunch-Seite stand, ein Umstieg auf Contao 5 sei „nicht zwingend“ – obwohl Contao 4.13 seit Februar 2026 keine Sicherheitsupdates mehr erhält. Auf der Performance-Seite war noch von FID die Rede, einer Core-Web-Vitals-Kennzahl, die Google schon 2024 durch INP ersetzt hat. Und die Barrierefreiheits-Seite sprach vom BFSG in der Zukunftsform, obwohl es seit Juni 2025 gilt.
Solche Aussagen schaden doppelt: Sie führen Besucher in die Irre und geben einer KI einen guten Grund, lieber eine andere Quelle zu zitieren.
Schritt 2: Prüfen, was Crawler wirklich sehen
Die meisten KI-Crawler führen kein JavaScript aus. Sie lesen das HTML, das der Server ausliefert – und sonst nichts. Alles, was erst im Browser entsteht, existiert für sie nicht.
Bei mir betraf das die animierten Zahlen-Kacheln auf der Startseite. Das Theme schrieb eine „0“ ins HTML und ließ den Wert per JavaScript hochzählen. Ein Crawler las also „0 Jahre Web-Erfahrung“ und „0 Contao-Projekte“. Die Lösung war eine kleine Template-Anpassung: Jetzt steht der Endwert direkt im HTML, und das Script setzt ihn nur für die Animation kurz auf null zurück. Besucher sehen keinen Unterschied.
Ein zweites, unscheinbareres Problem waren Zeilenumbrüche. Steht in einer Überschrift Web-Erfahrung<br>und Print-Expertise, liest ein Crawler „Web-Erfahrungund Print-Expertise“ – ein Zeilenumbruch ist eben kein Leerzeichen. Ein Leerzeichen vor dem <br> behebt das.
Prüfen können Sie das selbst: Rufen Sie im Browser die Quelltext-Ansicht Ihrer Startseite auf und suchen Sie nach Ihren wichtigsten Zahlen und Aussagen. Was Sie dort nicht finden, findet auch keine KI.
Schritt 3: Strukturierte Daten in Contao 5.7
Strukturierte Daten nach schema.org sagen einer Maschine ausdrücklich, was auf einer Seite steht: wer der Anbieter ist, welche Leistung angeboten wird, was sie kostet. Ich habe sie in drei Ebenen aufgebaut.
1. Auf jeder Seite: Wer steht dahinter? Ein kleiner EventListener in Contao ergänzt das Markup, das Contao ohnehin ausgibt. Er beschreibt mein Büro mit Adresse, Logo und Schwerpunkten, mich als Person mit Werdegang und Profilen und die Website als Ganzes. Außerdem füllt er das leere „WebPage“-Objekt von Contao mit Titel, Beschreibung, Adresse und Datum der letzten Änderung. Bei Blogbeiträgen verknüpft er den Autor mit meinem Personenprofil.
2. Auf jeder Leistungsseite: Was biete ich zu welchem Preis an? Für die neun Leistungsseiten gibt es je einen Block mit der Leistung und den Paketpreisen – von der Wartung für 69 € im Monat bis zum Relaunch ab 1.999 €. Die Blöcke pflege ich direkt in den Seiteneinstellungen, also dort, wo auch Titel und Beschreibung stehen. Ändert sich ein Preis, ändere ich ihn an einer Stelle im Backend.
Ein Hinweis aus der Praxis: Prüfen Sie nach dem ersten Eintrag den Quelltext. Bei mir gab das Feld den Code ohne das nötige Script-Tag aus. Das Ergebnis war kein Markup, sondern ein Block JSON-Code sichtbar oben auf der Seite.
3. Auf jeder Seite mit FAQ: Fragen und Antworten Meine FAQ sind normale Contao-Accordions. Eine eigene Template-Variante liest Fragen und Antworten aus und gibt sie zusätzlich als FAQ-Markup aus. Optisch ändert sich nichts, und neue Fragen landen automatisch im Markup.
Getestet habe ich alles mit dem Schema Markup Validator. Die einzige verbleibende Warnung betrifft einen Datenblock, den Contao selbst für seine interne Suche ausgibt. Die ist harmlos und kann bleiben.
Schritt 4: Texte so schreiben, dass eine KI sie zitieren kann
KI-Antworten setzen sich aus einzelnen Textstellen zusammen. Ein Absatz wird also oft ohne den Rest der Seite übernommen. Er muss deshalb für sich allein verständlich sein und die Frage direkt beantworten.
Am deutlichsten wurde das in meinen FAQ. Auf die Frage „Was kostet eine neue Website?“ stand bei mir sinngemäß: „Sie haben bei mir volle Kostenkontrolle.“ Das klingt gut, beantwortet aber nichts. Jetzt steht dort, was ein Relaunch tatsächlich kostet: ab 1.999 € für bis zu fünf Seiten, ab 3.499 € für bis zu zwölf und ab 6.999 € für größere Projekte.
Nach dem gleichen Prinzip habe ich die Einstiege meiner Leistungsseiten umgebaut. Statt mit dem Problem des Lesers beginnt etwa die Wartungsseite jetzt mit der Antwort: drei Pakete für 69, 99 oder 129 € im Monat, was enthalten ist und wie schnell Sicherheitsupdates eingespielt werden. Die einleitenden Sätze sind nicht weg, sie stehen nur dahinter.
Was dabei rausflog, waren Formulierungen ohne Inhalt. „Ihre Nr. 1 für Contao“ kann niemand überprüfen, also wird es auch niemand zitieren. „Contao-Spezialist für Relaunch, Updates & Wartung“ sagt weniger laut mehr aus.
Was das bringt – und was nicht
Eine Garantie, in ChatGPT genannt zu werden, gibt es nicht. Niemand außer den Anbietern selbst weiß genau, welche Quellen ihre Modelle wann bevorzugen. Was sich beeinflussen lässt, ist, ob eine Website überhaupt als verlässliche Quelle infrage kommt.
Drei Dinge sollten Sie realistisch einordnen:
- Es dauert. Die Änderungen wirken erst, wenn die Seiten neu gecrawlt wurden. Ich habe die wichtigsten URLs deshalb in der Google Search Console und in den Bing Webmaster Tools direkt zur Indexierung eingereicht. Bing ist wichtig, weil die Websuche von ChatGPT zu großen Teilen auf dessen Index zurückgreift.
- FAQ-Markup erzeugt bei Google keine Klappboxen mehr. Google zeigt FAQ-Rich-Snippets seit 2023 nur noch für Behörden- und Gesundheitsseiten an. Für KI-Suchen sind Frage-Antwort-Paare trotzdem das am leichtesten zitierbare Format.
- Die Crawler müssen dürfen. Wer in seiner robots.txt KI-Crawler wie GPTBot, ClaudeBot oder PerplexityBot aussperrt, taucht in deren Antworten auch nicht auf. Bei mir sind sie zugelassen.
Messen lässt sich der Effekt auf zwei Wegen: Besuche, die von chatgpt.com, perplexity.ai oder gemini.google.com kommen, erscheinen in der Webanalyse als eigene Quelle. Und einmal im Monat stelle ich denselben KI-Tools dieselben Fragen, etwa „Contao-Wartung Freelancer NRW“, und notiere, ob und wie ich genannt werde.
Checkliste für Ihre Contao-Website
Diese Punkte können Sie in einer Stunde selbst durchgehen:
- Stehen Kennzahlen wie Erfahrung, Projektzahl und Preise auf allen Seiten gleich da?
- Sind Aussagen zu Gesetzen, Versionen oder Fristen noch aktuell?
- Finden Sie Ihre wichtigsten Zahlen und Aussagen im Quelltext der Seite, nicht nur im Browser?
- Beantwortet jede FAQ-Antwort die Frage mit einer konkreten Aussage oder Zahl?
- Beginnen Ihre Leistungsseiten mit dem, was Sie anbieten und was es kostet?
- Gibt Ihre Website strukturierte Daten zu Ihrem Unternehmen und Ihren Leistungen aus? (Test: Schema Markup Validator)
- Lässt Ihre robots.txt KI-Crawler wie GPTBot, ClaudeBot und PerplexityBot zu?
- Ist Ihre Website in den Bing Webmaster Tools angemeldet?
Jeder Punkt, den Sie nicht abhaken können, ist eine Stelle, an der eine KI im Zweifel eine andere Quelle wählt.
Fazit
Der größte Hebel war nicht die Technik, sondern Klarheit: einheitliche Zahlen, aktuelle Aussagen und Antworten, die eine Frage wirklich beantworten. Die strukturierten Daten machen diese Klarheit dann maschinenlesbar. Davon profitieren nicht nur KI-Suchen, sondern auch ganz normale Besucher.
Sie möchten wissen, wie Ihre Contao-Website aus Sicht einer KI aussieht? Ich prüfe sie nach denselben Punkten und setze die nötigen Änderungen auf Wunsch direkt in Contao um – als Teil meiner SEO-Leistungen oder als einzelner Auftrag. Schreiben Sie mir einfach.